Frollein Erdbeer seufzte und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Dann nahm sie die volle Gießkanne und ging an den fast reifen Regenbögen vorbei zum Kohlbeet. Wo waren sie denn nur? Da hörte sie schnelle, trippelnde Schritte und ein dunkelblauer Streif zischte an ihr vorbei.
"Hab ich dich!", rief sie und warf sich auf ihn.
Herr Komet, der auf dem Gartenzaun saß, tat zufrieden einen zug aus seiner Pfeife.
"Wirklich, es ist so schwer, sie zu erwischen, dabei sind sie eigentlich so zutraulich." Frollein Erdbeer schüttelte den Kopf und kraulte den kleinen Prinzen, der sich eben noch erbittert gewehrt hatte, hinter den Ohren. Der kleine Prinz, der noch ganz grün hinter den Ohren war, begann zu schnurren. Frollein Erdbeer nahm die schwere Gießkanne und begann, den kleinen Prinzen mit Wasser zu begießen. Der kleine Prinz kicherte und tanzte unter dem Wasser, das über ihn floss. Sobald die Gießkanne leer war, quiekte er auf und wuchs ein Stück. Frollein Erdbeer beobachtete entzückt, wie eine rosaorange Blüte hinter seinem einen Ohr aufblühte. Der kleine Prinz, der nun schon so groß wie Frollein Erdbeer war, schaute verlegen auf seine ziemlich großen Füße. Frollein Erdbeer gab ihm einen Schokofrosch, den er sofort im Ganzen in den Mund steckte. Sie wollte ihn noch warnen, da hatte er schon einen Schluckauf, der sich gewaschen hatte(denn schließlich war der kleine Prinz ja auch ganz sauber) und der wie ein Quaken klang.
Herr Komet seufzte zufrieden und beobachtete, wie der kleine Prinz weiter nach hinten zu den anderen Prinzen lief. Sie spielten Fangen zwischen den Kohlköpfen, je nach ihrer Farbe waren sie nur als grüne, blaue oder magentafarbene Streifen zu erkennen.
"Wirst du deine Leidenschaft für den Garten jemals aufgeben?", fragte er Frollein Erdbeer, die mit ihrer leeren Gießkanne an den Gartenzaun getreten war.
1.3.06 23:30


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Herr Komet schüttelte den Kopf. "Was tust du denn da?", fragte er, leicht befremdet.
Frollein Erdbeer holte den großen Blumentopf unter ihrem Mantel hervor und stellte ihn zu den anderen. Die kleinen Prinzen, die darin saßen, zitterten ganz fürchterlich.
"Sie haben doch solche Angst vor den Sommerstürmen."
Ein kleiner Prinz zitterte so entsetzlich, dass sein ganzer Topf vibrierte. Frollein Erdbeer streute etwas Kometenstaub auf ihn. Er seufzte und wechselte die Farbe.
Herr Komet beobachtete, wie einer der kleinen Prinzen in den Blumentopf des anderen kletterte und sich dort eingrub.
Währenddessen stand Frollein Erdbeer am Fenster. Sie beobachtete, wie einige Stachelbären durch ihren Garten liefen, auf der Suche nach Unterschlupf. Ein Stachelbär wurde von einem der Sommersturmtropfen getroffen. Sein lilafarbenes Fell war auf der Stelle ganz nass. In heller Aufregung lief ein kleiner Prinz, den Frollein Erdbeer einzufangen vergessen hatte, zwischen den großen Kohlköpfen umher. Schließlich kauerte er sich unter eines der Kohlblätter.
"Der Himmel weint."
Herr Komet tat einen Zug aus seiner Pfeife.
"Ja, die Hexe des Nordens ist eben gestorben."
-"Ziemlich früh dieses Jahr, findest du nicht?"
29.3.06 00:07


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