Sie wollten mal wieder den Windfisch besuchen. Frollein Erdbeer und Herr Komet stiegen seine Klippe hinauf, wo der Windfisch sein Gold aufbewahrte. Der Goldberg war nun schon so groß, dass das Gold nach und nach ins Meer stürzte, weil er so hoch und nirgendwo mehr Platz für weitere Kostbarkeiten war. Nur der Windfisch saß schweigend vor seinem Berg und starrte ihn an. Er schlief nie und seine großen, traurigen, wässrigen Augen blieben immer geöffnet.
"Man sagt, er habe den größten Schatz seines Lebens verloren. Aber man weiß nicht was, da er niemals spricht." flüsterte Herr Komet Frollein Erdbeer zu.
Sie hatte Mitleid, und deswegen stellte sie ihm den Sternkuchen zur Seite, den sie extra für ihn gebacken hatte. Man sah ihn zwar nie fressen oder sich sonstwie bewegen, aber am nächsten Morgen waren sie Kuchen immer verschwunden, jedoch auch mit der Kuchenplatte.
Frollein Erdbeer beobachtete, wie die Augen des Windfischs auf einen Goldbecher starrten, der von einem Sonnenstrahl getroffen wurde. Gleich darauf entstand aus dem Funkeln ein neuer Becher, der klirrend den Goldberg hinabkullerte und platschend ins Meer fiel.
Sie würde niemals Schweigen. Frollein Erdbeer mochte kein Gold. Außerdem beanspruchte der Windfisch ja schon alles Schweigen auf der Welt für sich, fand sie.
"Er versucht soviel Gold anzuhäufen, bis es genauso viel wert ist, wie das, was er verloren hat", stellte sie entschlossen fest.
"Ich glaube, das werden wir niemals erfahren.", antwortete Herr Komet sanft, und sie stapften den Weg zurück, im Ohr das Klirren einer weiteren Kostbarkeit, die ins Meer fiel.
19.1.06 23:20
 


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